Grundlegende Reform der EM-Qualifikation und Bewegung an der Seitenlinie

  • 27. November 2025

Die Weichen für die kommenden Jahre im österreichischen Volleyball sind neu gestellt: Mit der Aufwertung der CEV Volleyball European League ab 2026 eröffnet sich für die Nationalteams ein neuer Weg zur EuroVolley 2028 – ein Schritt, der den internationalen Kalender straffen und neue Chancen schaffen soll. Während der Modus künftig mehr sportliche Möglichkeiten bietet, steht das ÖVV-Herrenteam gleichzeitig vor einer wichtigen personellen Entscheidung: Mit dem langjährigen Headcoach Radovan Gacic, seit 2020 im Amt, wurde verblieben, dass die Position neu ausgeschrieben wird, nachdem sein Vertrag mit Ende der EM-Qualifikation ausgelaufen war.

ÖVV-Präsident Gernot Leitner: „Radovan hat auch im Hintergrund viel gute Arbeit geleistet. Er hat insbesondere die Verschmelzung der Nachwuchsteams mit der Herren-Nationalmannschaft vorangetrieben und die Integration der Jungen auf einen super Level gebracht. Das ist ein ganz starkes Fundament für die Zukunft. Wir haben nun einen viel tieferen Kader als vor seiner Zeit. Gleichzeitig ist jetzt der richtige Zeitpunkt für neue Impulse, weshalb wir den Vertrag auch auslaufen ließen. Wir bleiben aber in gutem Kontakt.“

ÖVV-Generalsekretär Philipp Seel: „Wir danken Rado herzlich für seinen Einsatz in den vergangenen fünf Jahren! Das Herren-Team hat in der diesjährigen EM-Qualifikation leider extrem knapp das Ticket zu der Endrunde verpasst. Jetzt sehen wir den richtigen Zeitpunkt, möglichst umfassend die Optionen für die zukünftige Headcoach-Besetzung zu prüfen. Deshalb haben wir die Stelle auch öffentlich ausgeschrieben. Wir merken, dass es hier national und international großes Interesse gibt. Bis Jahresende soll die Entscheidung fallen.“

Die CEV Volleyball European League erhält 2026 eine deutlich größere Bedeutung, da sie künftig als der wichtigste Qualifikationsweg für jene Nationalteams dient, die nicht an der FIVB Volleyball Nations League teilnehmen, aber um ein Ticket für die EuroVolley 2028 kämpfen. Der von der CEV beschlossene Schritt folgt der Strategie, den internationalen Kalender zu straffen und den Verbänden zusätzliche, attraktivere Wettkämpfe zu bieten. Attraktiver aber nicht nur aufgrund der strukturellen Anpassungen – ein entscheidender Faktor ist, dass künftig weniger Teams fix für die EM qualifiziert sind: Nur der amtierende Europameister sowie die Veranstalter. Dadurch steigt die sportliche Relevanz der Qualifikation erheblich. Zahlreiche Top-Nationen müssen nun ebenfalls durch den Qualifikationsbewerb. Das sorgt für mehr hochklassige Spiele und erhöht die Bedeutung jedes einzelnen Auftritts in der European League.

Die Registrierung läuft bis 1. Dezember. Danach erstellt die CEV einen detaillierten Spielplan, in dem jedes Team ein eigenes dreitägiges Turnier ausrichtet und zwei weitere auswärts bestreitet. Die besten sechs Teams der Liga-Runde ziehen in die Finalphase ein, wo bis zu vier EM-Startplätze für 2028 vergeben werden. 2027 wird dieser Modus erneut gespielt – mit weiteren vier Tickets.

Damit wird die European League deutlich aufgewertet und zugleich in die internationale Kalenderreform der FIVB eingebettet. Teams aus der Volleyball Nations League können sich über den Titel 2026, als Gastgeber oder über die europäische Rangliste (Sommer 2027) für die EuroVolley 2028 qualifizieren. Da jedes Spiel auch für die Rangliste zählt, gewinnt jedes einzelne Bewerbsspiel zusätzlich an Bedeutung für die EuroVolley-Qualifikation.

Diese Neuausrichtung basiert auf einem zentralen Punkt im Wahlprogramm von CEV-Präsident Roko Sikirić und wurde bei der XLVI. CEV-Generalversammlung 2025 in Paris offiziell vorgestellt.

Der Weg zur EuroVolley 2028 startet somit bereits im Frühsommer 2026 und eröffnet etablierten wie aufstrebenden Teams neue Chancen.

ÖVV-Damen-Teamchef und ÖVV-Sportdirektor Roland Schwab: „Bereits 2026 geht es für beide Nationalteams erneut um ein EM-Ticket. In den Jahren 2026 und 2027 werden jeweils vier Plätze über die European League vergeben. Das sind natürlich gute Nachrichten, vor allem für unser Herren-Nationalteam. Wir haben damit einen klaren Zielwettkampf im Kalender – und wie knapp die Jungs heuer an der EM-Qualifikation dran waren, wissen wir alle noch. Wenn sich die Spieler weiter so positiv entwickeln, sehe ich der EM-Qualifikation 2026 und 2027 sehr optimistisch entgegen. Das Team kann sich schon bald für seine Entwicklung belohnen und den nächsten Schritt machen. Und das Damen-Nationalteam hat sogar die außergewöhnliche Chance, sich bereits vor der EM 2026 für die EM 2028 zu qualifizieren – das wäre ein riesiger Fortschritt! Gleichzeitig sind diese internationalen Länderspiele eine ideale Vorbereitung auf die Euro 2026.“