EM-Quali: 2:3 gegen Israel, jetzt wird es schwierig

  • 15. Januar 2021

Österreichs Volleyball-Nationalteam der Männer musste sich beim Qualifikationsturnier zur CEV EuroVolley 2021 in Chadera Gastgeber Israel vor den Augen von Botschafterin Hannah Liko 2:3 (21:25, 25:20, 25:27, 25:20, 11:15) geschlagen geben. Nach der bitteren Niederlage braucht Rotweißrot Samstagabend gegen Topfavorit Bulgarien einen Sieg, um die Chance auf das EM-Ticket zu wahren. „Wir werden alles reingeben, wir haben nichts mehr zu verlieren: 110% bei jeder Kugel“, verspricht Libero Florian Ringseis. ORF Sport+ überträgt ab 19.55 Uhr live!

Österreich begann wie schon im ersten Duell mit Alex Berger auf der Diagonal-Position, nachdem er gegen Bulgarien wegen Knieproblemen geschont und von Clemens Ecker sehr gut vertreten worden war. Anders als am Dienstag legte Rotweißrot allerdings einen holprigen Start hin, lag von Beginn an im Hintertreffen. Bei Satzmitte zog Israel auf fünf Punkten davon. Zwar kämpften sich Kapitän Peter Wohlfahrtstätter und Co. noch einmal heran (21:22), agierten aber in der Entscheidung zu fehlerhaft – 21:25.

Dem ÖVV-Team gelang es, den Satzverlust schnell abzuhaken und sich in allen Elementen zu steigern. Die Wechsel von Teamchef Radovan Gacic zeigten die erwünschte Wirkung. Nun waren es die Israelis, die immer wieder einen Rückstand hinterherlaufen mussten. Die Vorentscheidung fiel Mitte des Satzes, als sich Österreich auf 18:14 absetzen konnte. Souverän spielte man den Vorsprung nach Hause – 25:20.

FOTO © CEVÖsterreich begann auch Durchgang drei stark, ohne sich allerdings absetzen zu können. Dies sollte sich rächen: Israel nutzte eine kurze Schwächephase der Gäste, stellte von 14:15 auf 19:16. Was folgte, war an Dramatik nicht zu überbieten. Die ÖVV-Auswahl stemmte sich vehement gegen den drohenden Satzverlust. Immer wieder war es Berger, der für Punkte sorgte. Die Gastgeber hielten dagegen, hatten bei 24:22 zwei Satzbälle. Spektakulär konnte die Gacic-Truppe diese abwehren – und auch noch einen dritten. Die folgenden zwei Punkte gingen allerdings  an Israel – 25:27.

Das Spiel blieb intensiv. Österreich legte in Satz vier immer wieder vor und Israel zog zunächst nach. Eine Serviceserie von Lukas Kühl zum 18:11 brachte aber die Vorentscheidung zu Gunsten von Rotweißrot. So wurde Durchgang vier zu einer klaren Angelegenheit – 25:20. Allerdings konnte das ÖVV-Team den Schwung nicht mitnehmen. Man geriet im Tiebreak mit 0:3 in Rückstand und lief diesem bis zum Ende hinterher – 11:15.

Topscorer waren Berger (33), Kronthaler (26) und Wohlfahrtstätter (8) bzw. Hershko (21), Batchkala (18) und Goldrin (16). Angriffspunkte 72 zu 67 (Quote 55% zu 53%), Asse 1 zu 1  (Servicefehler 18 zu 15). Blockpunkte 11 zu 12, Eigenfehler 27 zu 23.

Die „2021 CEV EuroVolley Men“ geht im Spätsommer mit 24 Mannschaften in Polen (Katowice, Gdansk, Krakow), Tschechien (Ostrava), Estland (Tallinn) und Finnland (Tampere) in Szene. Es qualifizieren sich die sieben Gruppensieger und die fünf besten -zweiten für die Endrunde. Hinzu kommen die Teams der vier Gastgeber und die Top-8 der EuroVolley 2019.

ÖVV-Stimmen zum Spiel

Teamchef Radovan Gacic: „Am Anfang des Spiels haben wir einige grundlegende Fehler gemacht und haben in der Abwehr nicht so agiert, wie wir uns das vorgestellt haben. In dieser Phase haben wir 12 Eigenfehler gemacht! Trotzdem war das Resultat im ersten Satz 21:25. Der zweite Satz war ziemlich okay, wir hatten einen Rhythmus gefunden. Annahme und Angriff waren gut. Wir hätten das nur in den dritten mitnehmen müssen, aber hatten dann in der Mitte dieses Durchgangs ein Blackout von fünf Punkten. Da war dann das Spiel verloren. Der vierte Satz war wieder klar für uns und im fünften haben wir gleich zu Beginn drei Fehler gemacht. Da war es dann schwierig, zurückzukommen. Insgesamt waren das heute zu viele Fehler. Wir haben auch die leichten Bälle nicht für uns entschieden. Gegen Bulgarien müssen wir gewinnen. Das ist es, was wir machen müssen. Wir müssen morgen alles probieren: bis zum letzten Punkt!“

Libero Florian Ringseis: „Sehr enttäuschend. Israel hat nichts gemacht, was überraschend gewesen wäre. Gut, sie haben die Aufstellung ein bisserl verändert, aber im Endeffekt hat jeder so gespielt, wie wir erwartet haben. Wir sind nicht auf unser Toplevel gekommen. Uns haben Energie, Kraft und Spielwitz gefehlt. Gegen Bulgarien wird es nicht leicht, aber ein Sieg ist möglich. Wir werden alles reingeben, wir haben nichts mehr zu verlieren: 110% bei jeder Kugel!“

Zuspieler Alexander Tusch: „Israel ist gleich aufgetreten wie im ersten Spiel, nur haben wir es nicht geschafft, Ruhe auszustrahlen und das Gleiche aufs Parkett zu bringen, wie wir es in den ersten beiden Spielen gemacht haben. Und dann sind wir in alte Muster verfallen, haben blöde Entscheidungen getroffen. Das haben sie gut ausgenützt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir gegen Bulgarien die Punkte holen. Mit vier Punkten sieht es nämlich nicht gut aus. Wir müssen mit den Gedanken ins Spiel gehen, dass wir gegen sie gewinnen können.“

Außenangreifer Niklas Kronthaler: „Irgendwie hat im ersten Satz von Anfang an die Energie gefehlt. Im fünften Satz kann immer etwas passieren. Aber wir hatten im dritten Chancen, um in Führung zu gehen und haben sie nicht genützt. Was die Ursache für die Niederlage ist, kann ich noch nicht sagen: Wir waren gut eingestellt und hochmotiviert. Gegen Bulgarien müssen wir uns sehr steigern. Wir haben am Mittwoch gesehen, dass wir mit Bulgarien mitspielen können. Jetzt müssen wir Wiedergutmachung betreiben.“

Außenangreifer Toni Menner: „Der Knackpunkt war im dritten Satz, wo wir die Führung hätten holen können. Es sind uns aber dann zwei Chancen flöten gegangen. Wenn wir die nützen, gewinnen wir das Spiel 3:1. Gegen Bulgarien müssen wir auf Sieg spielen. Aufgeben tut man nur Briefe.“

Sportdirektor Gottfried Rath-Zobernig: „Eine sehr bittere Niederlage. Das Team hat nicht mehr so konstant spielen können wie in den ersten beiden Partien gegen Israel und Bulgarien. Das setzt uns jetzt sehr unter Druck. Die morgige Partie gegen Bulgarien, eine der stärksten Mannschaften Europas, ist ein alles entscheidendes Spiel. Wir müssen gewinnen, um noch eine realistische Chance auf die EM-Qualifikation zu haben.“

ÖVV-Präsident Gernot Leitner: „Bitter. Israel hatte nichts mehr zu verlieren. Unsere Mannschaft hat zu verkrampft begonnen und das nie ablegen können. Jetzt hoffe ich, dass der Teamchef die Burschen für Bulgarien aufrichten kann, dass wir dann lockerer spielen und Punkte holen.“

CEV EuroVolley 2021 Men Qualifiers

Pool B in Chadera/ISR

12.01.: Israel vs. Österreich 0:3 (25:27, 23:25, 20:25)
13.01.: Österreich vs. Bulgarien 1:3 (21:25, 25:20, 19:25, 22:25)
14.01.: Bulgarien vs. Israel 3:0 (27:25, 25:16, 25:22)
15.01.: Österreich vs. Israel 2:3 (21:25, 25:20, 25:27, 25:20, 11:15)
16.01., 20:00: Bulgarien vs. Österreich
17.01., 19:00: Israel vs. Bulgarien

Alle Österreich-Spiele LIVE in ORF Sport+

die weiteren Gruppen

Pool A: Niederlande, Schweden, Kroatien – 2. bis 16. Mai
Pool C: Türkei, Nordmazedonien, Dänemark, Bosnien-Herzegowina – 11. bis 16. Jänner
Pool D: Spanien, Lettland, Moldawien, Zypern – bereits gespielt
Pool E: Slowakei, Rumänien, Schweiz, Albanien – 2. bis 16. Mai
Pool F: Griechenland, Montenegro, Aserbaidschan, Georgien – 2. bis 16. Mai
Pool G: Weißrussland, Portugal, Norwegen, Ungarn – 2. bis 16. Mai

Weitere Info unter: eurovolley.cev.eu

ÖVV-Kader

BERGER Alexander (Halkbank Ankara)
BERGER Markus (UVC Weberzeile Ried)
ECKER Clemens (TJ Sokol Wien V)
GRABMÜLLER Nicolai
JURKOVICS Mathäus (Volleyball Bisons Bühl)
KROISS Philipp (Cambrais Volley)
KRONTHALER Niklas (Volleyball Bisons Bühl)
KÜHL Lukas (SK Zadruga Aich/Dob)
LANDFAHRER Maximilian (SK Zadruga Aich/Dob)
RINGSEIS Florian (Volleyball Bisons Bühl)
SCHEDL Maximilian (TSV Raiffeisen Hartberg)
TUSCH Alexander (Sareema Volley)
THALLER Max (OFI Kreta)
WOHLFAHRTSTÄTTER (Peter Benfica Lissabon)
ZALLER Jan (VCA Amstetten NÖ)
MENNER Anton (Helios Grizzlys Giesen)

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