AVL: Mehr als halbe Liga im Derby-Fieber

  • 29. Januar 2026

Lokal-Claches in Klagenfurt, Zwettl sowie gleich doppelt in Graz und St. Pölten stehen im Fokus der 16. AVL-Runde. Die Linzer Damen können sich vorzeitig die Grunddurchgangskrone aufsetzen. Bei den Männern lauern die punktegleichen Topteams von Aich/Dob und Hartberg jeweils auf einen Umfaller des Rivalen.

Austrian Volley League Women

Eröffnet wird die 16. Runde am Freitag mit dem Ostderby zwischen der SPORTUNION z+p St. Pölten und dem VB NÖ Sokol/Post. Die Niederösterreicherinnen verspielten zwar in der vergangenen Woche eine 2:0-Satzführung in Eisenerz, mit vier Punkten aus den letzten zwei Spielen dürfen sich die Aufsteigerinnen aber wieder Hoffnungen auf die Playoffs machen. Allerdings haben die amtierenden Champions ihre letzten vier Partien gewonnen und wollen ihrerseits Rang zwei absichern.

Der UVC Holding Graz fand vor einer Woche in Rif wieder in die Spur und ist nicht mehr aus den Top vier zu verdängen. Nun empfangen die Panthers den TSV Sparkasse Hartberg, der bereits fix im Viertelfinale steht, seine letzten vier Spiele aber allesamt verlor und auch in der Hinrunde gegen die Grazerinnen chancenlos war.

„Wir gehen als klarer Favorit in dieses Derby und wollen die drei Punkte holen“, ist Graz-Trainer Frederick Laure die Rollenverteilung bewusst. Aber: „Hartberg ist auf jeden Fall sehr gefährlich, und wir müssen eine gute Leistung zeigen, um am Samstag als Siegerinnen vom Feld zu gehen. Entscheidend wird sein, von Beginn an konzentriert zu spielen und unseren Rhythmus zu finden.“

Die einst bei den Grrezerinnen engagierte TSV-Libera Martina Weiß gibt sich kämpferisch: „Wir gehen mit viel Selbstbewusstsein in dieses schwere Spiel und wollen zeigen, dass mit uns in Hinblick auf die Playoffs zu rechnen ist. Wir versuchen ein Ausrufezeichen zu setzen und sind sehr motiviert.“

Die im bisherigen Saisonverlauf überragenden LINZ AG Steelvolleys wollen gegen die UNIONvolleys Bisamberg Hollabrunn den ersten Platz im Grunddurchgang endgültig sichern, für die Weinviertlerinnen geht es um die Absicherung des letzten Playoff-Spots.

„Nach der bitteren Niederlage in der vergangenen Woche ist die Motivation im Team besonders hoch, eine klare Leistungssteigerung zu zeigen“, erwartet Bisamberg-Diagonalangreiferin Katharina Sallaberger eine Reaktion auf das 0:3 gegen Klagenfurt. „Der Fokus liegt darauf, die eigenen Abläufe wieder stabil umzusetzen und über die gesamte Spieldauer konzentriert zu agieren.“

Linz-Manager Christoph Hemmelmayr kann es kaum fassen, dass schon jetzt das Home-Court-Advantage für die gesamte Post-Season fixiert werden könnte. „Dieser frühe Zeitpunkt wäre schon eher ungewöhnlich. In den vergangenen Saisonen ist die Entscheidung oft erst am letzten Spieltag gefallen.“

Trainer Jakub Brečka ergänzt: Wir wollen die erste Chance nutzen und Platz eins sicherstellen. Der damit verbundene Heimvorteil in möglichen Entscheidungsspielen kann in den Playoffs den Unterschied ausmachen. Die Formkurve von Bisamberg-Hollabrunn zeigt nach oben. Auf die leichte Schulter dürfen wir das Match mit Sicherheit nicht nehmen.“

Zehn aufeinanderfolgende Ligaspiele hat der ASKÖ Volksbank Purgstall verloren, dementsprechend schwer wird die Aufgabe für das AVL-Schlusslicht gegen die in den jüngsten fünf Partien siegreichen Erzbergmadln Trofaiach Eisenerz. Allerdings benötigten die auf Platz zwei schielenden Obersteirerinnen in eigener Halle einen Kraftakt, um sich nicht gegen St. Pölten zu blamieren.

„Gegen St. Pölten haben wir sicher nicht unsere beste Leistung gezeigt und sie haben wirklich stark gespielt“, weiß Carina Goldberger, Mittelblockerin der Erzbergmadln. „Das hat uns aber definitiv in der Trainingswoche bestärkt, unser Bestes zu geben, um gegen Purgstall voll aufspielen zu können.“

Das formell ausgeglichenste Duell tragen die ATSC Kelag Wildcats Klagenfurt und die PSV Volleyballgemeinschaft Salzburg aus. Schon das Hinspiel war in einen von den Wildkatzen gewonnenen Entscheidungssatz gegangen, zuletzt verloren die Mozartstädterinnen im Kampf um Rang fünf gegenüber den Kärntnerinnen etwas an Boden.

Austrian Volley League Men

Unmittelbar nach den Frauenteams kreuzen am Freitag auch die Männer der SPORTUNION z+p St. Pölten und des TJ Sokol V/Post SV Wien die Klingen. Ähnlich klar ist die Ausgangslage: Während die Hauptstädter 2026 schon sieben Zähler hamsterten und das Heimrecht in der Viertelfinalserie anstreben, warten die Niederösterreicher im neuen Jahr n och auf den ersten Satzgewinn und laufen Gefahr, ihr Playoff-Ticket doch abtreten zu müssen.

Noch klarer scheint die Ausgangslage zwischen dem UVC McDonald’s Ried/Innkreis und den UNIONvolleys Bisamberg Hollabrunn. Die Oberösterreicher bauen nach zwei schweren Auswärtsspielen wieder auf ihre Heimstärke, die Aufsteieger laufen weiterhin ihrem ersten Saisonsieg hinterher. Aber: Im Hinspiel zwang man die Innviertler immerhin in ein Tiebreak.

Auch beim Kärntner Derby zwischen den VBK Kelag Wörther-See-Löwen Klagenfurt und dem SK Zadruga Aich/Dob ist die Rollenverteilung vorgegeben: Selbst wenn die Seelöwen auf der Jagd nach dem achten Playoff-Platz immer wieder kleinere Achtungserfolge erzielen, präsentieren sich die Spitzenreiter aus Bleiburg aktuell in Topform und fahren als haushoher Favorit an den Wörthersee.

„Realistisch gesehen haben wir nur Außenseiterchancen, aber mit dem Sieg gegen Hartberg hat sich gezeigt, dass auch die österreichische Spitze verwundbar ist“, sagt Klagenfurt-Trainer Jonas Kronseder, der wieder auf Libero Felix Pontasch bauen darf, womöglich aber Diagonalspieler Ethan Nashim neuerlich vorgeben muss.

Interessant dürfte der Niederösterreich-Clash zwischen der Union Raiffeisen Waldviertel und dem VCA Amstetten NÖ werden. Die Zwettler sind in diesem Jahr noch ungeschlagen und haben sechs ihrer sieben Heimspiele gewonnen. Auch die Mostviertler konnten sich nach ihrem Zwischentief mit zwei Siegen wieder fangen, im zweistündigen Hinspielthriller über die volle Distanz hatten sie die Waldviertler in die Knie gezwungen.

Teil II des Steirerderbys im Raiffeisen Sportpark zwischen dem UVC Holding Graz und dem TSV Raiffeisen Hartberg schließt den 16. Spieltag ab. Die Hausherren sind im dichten Mittelfeldgerangel um eine möglichst gute Position in der Post-Season verwickelt. Insofern ist der Supercup-Gewinner gefordert, Tabellenführer Aich/Dob nicht wegziehen zu lassen.

„Es geht sowohl für Hartberg als auch für Graz um sehr viel“, sagt UVC-Sportchef Frederick Laure. „Wir wollen in der Tabelle eine gute Ausgangslage für die Playoffs schaffen. Für Hartberg geht es noch um Platz eins nach dem Grunddurchgang. Ich erwarte ein extrem spannendes und hart umkämpftes Duell. Für uns zählt aber nur, dass wir unsere Leistung abrufen und als Team auftreten.“

TSV-Topscorer Đorđe Knežević nimmt die Partie keineswegs auf die leichte Schulter: „Graz hat zuletzt in Amstetten eine Niederlage hinnehmen müssen und wird daher noch mehr auf Wiedergutmachung aus sein. Daher müssen wir von Beginn an bedingungslos mit all unserer Qualität dagegenhalten. Wir wollen jedenfalls den Sieg holen und uns erneut beweisen. Wir sind bereit.“

Austrian Volley League Women – Runde 16

Freitag, 30. Jänner 2026

Sportzentrum NÖ (St. Pölten)
SPORTUNION z+p St. Pölten – VB NÖ Sokol/Post
17:00 Uhr

Samstag, 31. Jänner 2026

Raiffeisen Sportpark (Graz)
UVC Holding Graz – TSV Sparkasse Hartberg
17:30 Uhr

SMS Kleinmünchen (Linz)
LINZ AG Steelvolleys – UNIONvolleys Bisamberg-Hollabrunn
18:30 Uhr

SH (Purgstall/Erlauf)
ASKÖ Volksbank Purgstall – Erzbergmadln Trofaiach Eisenerz
19:00 Uhr

BG Lerchenfeldstraße (Klagenfurt)
ATSC Kelag Wildcats Klagenfurt – PSV Volleyballgemeinschaft Salzburg
19:00 Uhr

Austrian Volley League Men – Runde 16

Freitag, 30. Jänner 2026

Sportzentrum NÖ (St. Pölten)
SPORTUNION z+p St. Pölten – TJ Sokol V/Post SV Wien
19:30 Uhr

Samstag, 31. Jänner 2026

Raiffeisen Volleydome (Ried/Innkreis)
UVC McDonald’s Ried/Innkreis – UNIONvolleys Bisamberg-Hollabrunn
15:00 Uhr

BSH Sportpark (Klagenfurt)
VBK Kelag Wörther-See-Löwen Klagenfurt – SK Zadruga Aich/Dob
17:00 Uhr

Stadthalle (Zwettl)
Union Raiffeisen Waldviertel – VCA Amstetten NÖ
19:00 Uhr

Raiffeisen Sportpark (Graz)
UVC Holding Graz – TSV Raiffeisen Hartberg
20:00 Uhr

Austrian Volley League Women – alle Ergebnisse, Spiele, Teams und Stats

Austrian Volley League Men – alle Ergebnisse, Spiele, Teams und Stats

2. Bundesliga Herren – ÖVV – Österreichischer Volleyballverband

2. Bundesliga Damen – ÖVV – Österreichischer Volleyballverband

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Modus AVL Men:

Grunddurchgang: jeder gegen jeden, Hin- und Rückrunde
Top 8: Meister-Play-off
Viertelfinale: 1.-8., 2.-7., 3.-6., 4.-5.; „Best of 5“
Halbfinale: „Best of 5“
Finale: „Best of 7“

Modus AVL Women:

Grunddurchgang: jeder gegen jeden, Hin- und Rückrunde
Top 8: Meister-Play-off
Viertelfinale: 1.-8., 2.-7., 3.-6., 4.-5.; „Best of 3“
Halbfinale: „Best of 5“
Finale: „Best of 5“