Stefanie Schwaiger gibt Rücktritt bekannt

  • 23. Oktober 2017

Eine ganz Große des rotweißroten Volleyballsports, Stefanie Schwaiger, 31, hat am Montag ihren Rücktritt verlautbart! Der Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn war der Gewinn des Beachvolleyball-Europameistertitels 2013 bei der Heim-EM in Klagenfurt. Damals holte sie gemeinsam mit Schwester Doris Gold. Ebenfalls 2013 wurden die Schwaigers als „Österreichs Team des Jahres“ ausgezeichnet.  Nun zieht sich nach Doris auch Stefanie aus dem Spitzensport zurück. Hier ihr Statement der Waldviertlerin zu ihrem offiziellen Abschied:

„Ich habe mich dazu entschieden, meine Karriere nach 15 Jahren Leistungssport zu beenden.  Wenn ich auf die letzten 15 Jahre zurückblicke, dann mache ich das voller Stolz und mit einem Lächeln im Gesicht. Als ich 2003 mittels Wild Card das erste Mal mit meiner Schwester an der World Tour teilnahm und anschließend beim Grand Slam in Klagenfurt spielen durfte, hätte ich mir die Erfolge, die ich im Laufe meiner Karriere in der Volleyball-Welt erreicht habe, nie erträumen lassen. Insgesamt habe ich bei 198 internationalen Turnieren mitgespielt und dabei alle Höhen und Tiefen des Sportlerdaseins erlebt. Niederlagen halfen mir, mich als Mensch und Sportlerin weiterzuentwickeln. Ich wäre heute nicht die Person, die ich bin, wenn ich mich nicht von dem einen oder anderen Rückschlag zurückgekämpft hätte. Umso schöner waren die Höhepunkte meiner Karriere – und davon gab es einige. Unglaublich waren die Teilnahme an den Olympischen Spielen sowie die beiden fünften Plätze 2008 in Peking und 2012 in London. Auch Platz 5 bei der WM 2009 und der WM 2013 waren absolute Highlights. Mein persönlicher Höhepunkt war jedoch der Europameistertitel 2013 in Klagenfurt. Diesen Triumph in der Heimat und die damit verbundenen Emotionen werde ich wohl nie vergessen. Eine besondere Ehre war es, dass meine Schwester und ich im selben Jahr sogar als Österreichische Mannschaft des Jahres ausgezeichnet wurden.

Ich möchte mich ganz herzlich bei meiner Familie für die Unterstützung bedanken, speziell bei meiner Schwester Doris Schwaiger-Robl, mit der ich die größten meiner Erfolge feiern durfte. Weiters möchte ich mich bei all meinen Trainern, Physios, Masseuren, Partnerinnen und Sponsoren bedanken, die mich im Laufe meines sportlichen Lebensweges begleitet haben. Aber ein ganz großer Dank gilt natürlich Euch allen, fürs Mitfiebern, Daumendrücken, und für die immer wieder aufbauenden Worte, wenn es mal nicht so lief, wie ich wollte.

Ich werde dem Sport sicherlich treu bleiben, weil mir Beachvolleyball sehr viel bedeutet, aber jetzt heißt es für mich einmal, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen.“

ÖVV-Präsident Gernot Leitner: „Wenn eine Weltklasseathletin, wie Steffi zurücktritt, hinterlässt das natürlich eine große Lücke im Team. Der ÖVV ist nun noch mehr gefordert, seine  jungen Talente, die ja schon einige internationale Nachwuchsmedaillen gewonnen haben, rasch an dieses Niveau heranzuführen. Gerade in Hinblick auf die im kommenden Sommer startende Olympiaqualifikation für 2020 bedeutet ihr Rücktritt natürlich eine neue Zusammensetzung der Spitzenteams, um hier eine Chance zu haben. Ich wünsche Steffi alles Gute in ihrem neuen Lebensabschnitt und kann nur erneut betonen, dass wir auf jeden Fall ihr Know How als Spitzenspielerin in unserem Volleyball – Spitzensportprogramm in Österreich halten wollen.“

ÖVV-Vizepräsident Nik Berger: „Es ist sehr schade, dass mit dem Rücktritt von Steffi Schwaiger nun das Kapitel Schwaiger Sisters tatsächlich Geschichte ist. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie wir sie anfangs gemeinsam mit Clemens Doppler und unserem Trainer Marco Solustri unterstützen durften, sei es im Training oder bei den ersten Gehversuchen ihrer Homepage. Schnell war klar, dass diese sympathischen Niederösterreicherinnen etwas ganz Besonderes sind und für Großes bestimmt waren. Etliche Jahre später und nach den Highlights des Heim-Europameister-Titels und den 5. Plätzen in zwei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften muss der ÖVV nun junge Talente an ihre großen sportlichen Erfolge heranführen. Steffi und Doris haben uns gezeigt, was mit Einsatz und Willen möglich ist! Dieses Know-How und den Spirit wollen wir definitiv im Verband weiterleben lassen und eine Generation aufbauen, die Ähnliches erreichen kann. Ich wünsche ihr auf ihrem zukünftigen Weg alles Gute und Liebe!“