Sokols Hanzl überzeugt: „Werden Niveau halten können!“

  • 14. April 2020

Karl Hanzl geht in der kommenden Saison in sein 50. Jahr  beim Wiener Traditionsverein Sokol. Er war als Spieler bis in die höchste heimische Spielklasse im Einsatz, als Trainer für Vereinsmannschaften und Junioren-Nationalteam verantwortlich. Dazu war er lange Jahre im ÖVV tätig, dem Mitteleuropäischen Volleyballverband (MEVZA) steht er als Präsident vor. Im folgenden Interview spricht der geschäftsführende Vize-Präsident der SG VB NÖ Sokol/Post über die derzeitige Situation, gibt einen kleinen Ausblick und erste Neuigkeiten zur kommenden Saison preis.

Gab es in den vergangenen 50 Jahrten bereits eine mit der Coronakrise vergleichbare Situation im Volleyballsport?

Karl Hanzl: „Nein. Existenziell schwierige Perioden gab es immer wieder einmal, aber diese Krise hat eine andere Dimension, da sie alle Lebensbereiche, privat und beruflich, voll erwischt.“

Welche Auswirkungen hat die derzeitige Situation auf den Verein?

„Der Verein wird vor allem als Gemeinschaft aufgewertet. In kritischen Zeiten bekommen Werte wie Fairness und Hilfsbereitschaft eine hohe Bedeutung. Konkrete Auswirkungen sind noch nicht absehbar, das wird man erst am Ende der Krise beurteilen können.“

Wie sehen Sie die Auswirkungen der Coronakrise auf den Volleyballsport insgesamt?

„Wir werden die kommende Saison auf dem organisatorischen und sportlichen Niveau des letzten Jahres absolvieren können. Wie weit dies für andere Vereine gilt, kann ich nicht abschätzen.“

Wie halten sich eure Spielerinnen und Spieler fit?

„Die Trainer aller Bereiche sind mit ihren SpielerInnen in Kontakt und haben Individualprogramme entwickelt. Den Acht- bis Sechzehnjährigen – 150 Jugendliche – schenken wir jetzt je einen Volleyball zum alleinigen Üben daheim. Wir setzen unseren eingeschlagenen Weg der Entwicklung junger Spielerinnen und Spieler fort.“

Wie kann das Mannschaftsgefüge aufrechterhalten werden?

„Trainer und Betreuer kommunizieren laufend via Telefon, Mail und natürlich per Videotelefonie. Die Spielerinnen und Spieler stehen darüber hinaus noch  über die sozialen Medien in Kontakt.“

Die Meisterschaft ging mit einem Endklassement aber ohne Meistertitel zu Ende. Einen zeitlichen Fahrplan für die Rückkehr zur sportlichen Normalität gibt es noch nicht. Wird trotzdem schon für die kommende Saison geplant?

„Das Ende einer Saison – auch so früh wie jetzt – ist notwendigerweise schon Beginn der kommenden. Wir setzen auf Toptrainer, bieten von den Kampfmannschaften bis zu den Achtjährigen beste pädagogische und sportliche Qualität. Bei den Damen war und ist es unser Dreamteam Zuzana Tlstovicova/Tereza Soukup/Eva Brodyova/Erkan Togan. Bei den Herren kehren Jirka Siller und Miro Palgut zum Verein zurück. Palgut kommt vom österreichisch/deutschen Bundesliga-Verein Alpenvolleys Tirol, Siller vom tschechischen Superligateam Odolena Voda. Auch im Organisationsteam haben wir eine neue Kraft. Florian Weikert wird noch mehr Zeit als Technischer Leiter dem Verein widmen. Sportlicher Leiter wird Aleks Jovanovic. Das war auch ein wichtiges Zeichen an Sportler und Eltern, um die Motivation zu Hause und beim Einzeltraining aufrecht zu erhalten.“

Also beim Betreuer- und Organisationsteam der Herren wird ordentlich verstärkt, wie wird es bei Damen und Herren am Feld aussehen?

„Wir hoffen alle Spielerinnen und Spieler halten zu können und weitere junge Talente entwickeln zu können. In puncto Legionäre halten wir es wie in den letzten beiden Jahren: Wenn jemand zu uns will, das Team spielerisch und menschlich signifikant verstärkt, dann schauen wir uns das natürlich genau an. Groß auf die Suche machen wir uns nicht. Schon gar nicht unter den aktuellen Rahmenbedingungen und Unsicherheiten.“

Wie schauen die sportlichen Ziele für die kommende Saison bei den Damen bzw. den Herren aus?

Bei den Damen soll es ein Medaillenplatz werden, mit dem Ziel 2021/22 wieder ganz oben zu stehen und den Meistertitel zurück zu holen. Bei den Herren wollen wir nach der heurigen Schnuppersaison in der DenizBank AG VL Men ein Mittelfeldplatz erreichen.“

PM/RED