ÖVV-Beach-Coach Plessl: „Es hat sich eine gewisse Arbeitsweise entwickelt!“

  • 6. April 2020

Normalerweise sind Österreichs Beachvolleyball-Stars im Frühjahr rund um den Globus im Einsatz, kämpfen bei Turnieren der FIVB World Tour um Medaillen und Top-Platzierung. 2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie aber alles ganz anders. Bis Anfang Juli sind sämtliche internationalen Events abgesagt, auch die Olympischen Spiele in Tokio bereits um ein Jahr verschoben. Noch steht nicht fest, wann die zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Covid-19-Virus getroffenen Maßnahmen für SportlerInnen gelockert werden können. Trainiert kann daher nur zu Hause, individuell und in sehr begrenzter Form werden.

Die Damen-Nationalteams Katharina Schützenhöfer/Lena Plesiutschnig, Nadine Strauss/Teresa Strauss und Dorina Klinger/Ronja Klinger machen gemeinsame Onlinevideo-Sessions mit ihrem Coach Martin Plessl. Sie studieren Trainingsspiele von Anfang des Jahres aus Rio de Janeiro und Teneriffa, analysieren Taktik wie Technik. „Auch die Visualisierung von Techniken ist Thema, erfolgt aber individuell. Nach Ostern stehen Videos mit Beobachtungsaufgaben zur Gegneranalyse auf dem Programm: Welche Merkmale verraten Angriffsart- oder -richtung bei welcher Spielerin“, berichtet ÖVV-Damen-Headcoach Martin Plessl. Mit den Klinger-Sisters findet zusätzlich ein live Ferncoaching statt. Sie haben in ihrem Garten ein Netz aufgebaut. Plessl gibt via Skype Feedback zu Zuspiel, Angriff oder Service.

Außerdem sind die ÖVV-Athletinnen das individuelle Athletik-Programm betreffend über Skype oder WhattsApp-Messages im permanenten Austausch mit ihrem Trainer. Teils filmen sich sie sich bei der Ausführung, damit auch hier gegebenenfalls Technikkorrekturen vorgenommen werden können. Plessl: „Mittlerweile haben alle Langhanteln zu Hause und können in dem Bereich recht gut trainieren. Natürlich alles weit weg von ideal, aber es hat sich schon eine gewisse Arbeitsweise entwickelt, mit der wir in der aktuellen Situation trotzdem was weiterbringen können.“

Die Herren-Nationalteams Clemens Doppler/ALex Horst, Robin Seidl/Philipp Waller und Martin Ermacora/Moritz Pristauz halten sich mit Ausdauer, Stabilisations- und Kräftigungs-Übungen fit. „Balltraining in den eigenen vier Wänden ist bekanntlich sehr schwierig. Ein Service mit 100km/h anzunehmen, kann man im Wohnzimmer einfach kaum simulieren“, so Doppler/Horst-Trainer Robert Nowotny, der auch ÖVV-Chefcoach des rotweißroten, in ganz Österreich verstreuten Beach-Nachwuchs ist: „Unseren jungen Athletinnen und Athleten fehlen die Ballkontakte natürlich noch viel mehr, sie bräuchten viele Touches und Korrekturen.“ Stattdessen können sie derzeit nur im athletischen Bereich arbeiten und trainieren nach dem Plan von ÖVV Athletik-Coach Juan Arenillas.

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