Österreich muss sich bei EM auch Slowakei geschlagen geben

  • 14. September 2019

Österreichs Volleyball-Nationalmannschaft der Herren musste sich bei der CEV EuroVolley 2019 in seinem zweiten Spiel im Palais 12 in Brüssel der Slowakei 1:3 (25:19, 20:25, 21:25,  15:25) geschlagen geben. Das ÖVV-Team bestreitet sein drittes EM-Match am Montag in der Lotto Arena Antwerpen gegen den ebenfalls noch sieglosen Silbermedaillengewinner von 2017, Deutschland. Spielbeginn ist 17.30 Uhr.

Österreich begann wie schon bei der Auftakt-Niederlage gegen Gastgeber Belgien mit Kapitän Peter Wohlfahrtstätter, Aufspieler Max Thaller, Alex Berger, Thomas Zass, Nicolai Grabmüller, Toni Menner und Libero Philipp Kroiss. Allerdings anders als noch am Freitag zeigten die ÖVV-Herren vor einem bestens gefüllten österreichischen Fan-Block eine gute Serviceleistung. Im ersten Satz wechselte die Führung mehrmals. Die Entscheidung fiel, als sich Österreich von 18:18 auf 23:18 absetzen konnte. Kurz darauf war der erste Satzgewinn eingefahren. Bei den Heim-Europameisterschaften 1999 und 2011 hatte Rotweißrot keinen Satz gewinnen können.

Der zweite Satz war bis zum 10:10 ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein 4:0-Run brachte die Slowaken allerdings in die Erfolgsspur. Den Österreichern fehlte die Angriffspower des ersten Durchgangs. Diagonalangreifer Zass präsentierte sich zwar weiter bärenstark, Menner und Berger brachten den Ball aber zu selten auf den Boden. So hieß es nach 67 Minuten 25:20 für die Slowakei.

Die Österreicher bewiesen Moral, steckten den Satzverlust sofort weg und legten im dritten Durchgang vor. Doch die Slowaken blieben dran. Zu Satzmitte ließ das ÖVV-Team im Angriff einiges liegen, hinzu kamen Annahmefehler. Dies verstand der Gegner auszunutzen. Die Slowakei konnte auf 18:15 stellen. Teamchef Warm brachte Max Landfahrer etwas später auch Alex Tusch und Thomas Tröthann, die Wende sollte allerdings nicht mehr gelingen. Die Slowaken zogen auf 22:17 davon und machten Satz drei mit 25:21 zu.

Das Momentum war nun auf Seite von Peter Michalovic und Co. Der slowakische Topangreifer war zu Beginn von Durchgang vier nicht einzubremsen. Die Österreicher gerieten schon früh deutlich ins Hintertreffen (4:8) und sollten auch nicht mehr zurückkommen. Zu selten konnten Angriffe mit Punkten abgeschlossen werden. Nach 117 Minuten verwerteten die Slowaken ihren ersten Matchball zum 25:15 und 3:1.

Topscorer waren Thomas Zass, (19), Alex Berger (13) und Peter Wohlfahrtstätter (9) bzw. Peter Michalovic (26), Simon Krajcovic (14) und Tomas Krisko (13). Stats: Asse 7:3, Angriffspunkte 47:57, Blockpunkte 8:11, Eigenfehler 23:19.

Stimmen

Teamchef Michael Warm: „Wir haben sehr gut in die Partie hineingefunden, größtenteils umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Dann sind wir hektisch geworden und immer mehr verkrampft. In Summe haben wir zu viele Chancen vertan. Es ist natürlich frustrierend, wenn man den Ball nicht am Boden bringt. Thomas (Zass, Anm.) hat super gespielt, aber auf der Position haben wir keinen Rhythmus gefunden. Dass die Slowakei eine Spur stärker ist als wir, haben wir vor der Partie gewusst. Wir haben aber das Niveau des ersten Satzes nicht halten können. Das war das Problem!“

Alex Berger: „Ich habe heute alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Ich bin von mir selbst sehr enttäuscht. Was das Problem war, muss ich erst analysieren. Es war sicher viel mehr drinnen für uns. Jetzt ist die Enttäuschung natürlich riesengroß!“

Topscorer Thomas Zass: „Wir sind gut gestartet, waren auch in den Sätzen zwei und drei bis zur Mitte dabei. Dann sind uns aber zwei drei dumme Fehler passiert. Das sind die Punkte, die am Ende fehlen. Im letzten Satz war dann die Luft draußen. Schade!“

Kapitän Peter Wohlfahrtstätter: „Im ersten Satz waren wir frisch, haben super Volleyball gespielt. In Folge hat es den Eindruck gemacht, als ob zwei drei Spielern etwas die Luft ausgeht. Die Wechsel hatten leider nicht die erhoffte Wirkung. Wir müssen jetzt regenerieren und uns auf Deutschland vorbereiten. Wir haben das DVV-Team in ihrer Partie gegen Belgien (2:3, Anm.) ein bisschen beobachten können. Das Service ist sehr stark. Wir müssen uns weiter steigern, heute war es schon viel besser als gestern!“

Libero Philipp Kroiss: „Diese Niederlage ist sehr bitter. Den ersten Satz haben wir super nach Hause gespielt. Die Slowaken sind nervös geworden und wir lassen sie im zweiten Satz durch leichte Fehler zurück ins Spiel kommen. Das war sehr dumm. Es wurde dann eine sehr kampfbetonte Partie… Im vierten Satz ist bei uns leider der Faden gerissen. Jetzt heißt es eben, Deutschland und Spanien besiegen. Die Deutschen sind,  so wie sie sich bisher präsentiert haben, nicht unschlagbar.“

Die EM-Gruppenspiele des ÖVV-Nationalteams (Pool B)

13.09.: Österreich vs. Belgien 0:3 (17:25, 23:25, 17:25)
14.09.: Österreich vs. Slowakei 1:3 (25:19, 20:25, 21:25,  15:25)
16.09., 17.30 Uhr: Österreich vs. Deutschland (Lotto Arena Antwerpen)
17.09., 17.30 Uhr: Österreich vs. Spanien (Lotto Arena Antwerpen)
19.09., 20.30 Uhr: Österreich vs. Serbien (Lotto Arena Antwerpen)

alle Spiele live in ORF Sport+

Palais 12 Brüssel: im Heysel Exhibition Park, eröffnet 1989, renoviert 2013 (max. Kapazität 15.000 Besucher)

Lotto Arena Antwerpen: eröffnet 2007 (max. Kapazität 5.200 Besucher)

Unsere weiteren EuroVolley-Gegner

Deutschland

  • 6 WM-Teilnahmen (3. Platz 2014)
  • 16 EM-Teilnahmen (2. Platz 2017)
  • 3 Olympia-Teilnahmen (5. Platz 2012)

ÖVV-Teamchef Warm: „Sie haben die Nations League 2019 genutzt, um auch junge Spieler an das Top-Niveau heranzuführen. U.a. konnten sich Mittelblocker Anton Brehme und Diagonalangreifer Linus Weber ins Rampenlicht spielen. Für die EM ist auch Superstar Georg Grozer wieder fit. Für mich ist Deutschland ein Kandidat für ganz oben.“

Spanien

  • 3 WM-Teilnahmen (8. Platz 1998)
  • 9 EM-Teilnahmen (1. Platz 2007)
  • 2 Olympia-Teilnahmen (8. Platz 1992)

ÖVV-Teamchef Warm: „Ein Team – ähnlich wie unser EM-Quali-Gegner Portugal – das wenige Fehler macht. Man muss sie unter Druck setzen, dominant auftreten. Herausheben aus einem starken Kollektiv kann man Diagonalangreifer Andres Villena!“

Serbien

  • 10 WM-Teilnahmen (2. Platz 1998, 3. Platz 2010)
  • 26 EM-Teilnahmen (Europameister 2001 und 2011 in Wien)
  • 2 Olympia-Teilnahmen (Olympiasieger 2000)

ÖVV-Teamchef Warm: „Eine ganz große Volleyball-Nation, allerdings gab es zuletzt im Team einen Umbruch. In der Olympia-Qualifikation kassierten die Serben eine glatte Niederlage gegen Italien. Man wird sehen, welches Gesicht sie bei der EM zeigen. Fest steht, Serbien kann an einem guten Tag jedes Team schlagen. Ein zentraler Spieler ist Uros Kovacevic.“

ÖVV-Teamkader

BERGER Alexander (Oberösterreich) Außenangriff/Annahme
GRABMÜLLER Nicolai (Salzburg) Mittelblock
IBRAHIMOVIC Edin (Wien) Außenangriff/Annahme
JURKOVICS Mathäus (Niederösterreich) Mittelblock
KROISS Philipp (Oberösterreich) Libero
KRONTHALER Niklas (Tirol) Außenangriff/Annahme
LANDFAHRER Maximilian (Steiermark) Außenangriff/Annahme
MENNER Anton (Steiermark) Außenangriff/Annahme
RINGSEIS Florian (Wien) Libero
THALLER Max (Steiermark) Zuspiel
TRÖTHANN Thomas (Wien) Außenangriff/Annahme
TUSCH Alexander (Tirol) Zuspiel
WOHLFAHRTSTÄTTER Peter (Tirol) Mittelblock
ZASS Thomas (Tirol) Diagonal

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