Doppler über Olympia-Quali: „Offenbar gehen uns die Turniere aus!“

  • 27. Februar 2020

Eigentlich wollten Österreichs Top-Beachvolleyball-Herrenteams in der kommenden Woche mit dem  3*-FIVB World Tour Event in Bandar Abbas (IRA)  in die Saison starten, aber das Corona-Virus machte ihrem Plan einen Strich durch die Rechnung. Das Turnier wurde wie bereits zuvor jene in Yangzhou und Xiamen (jeweils 4*/CHN) sowie Singapur (4*/SGP) abgesagt. Letzteres allerdings aufgrund wirtschaftlicher Probleme des Veranstalters.

Der in den kommenden zwei Monaten sehr ausgedünnte Turnierkalender macht es u.a. auch Robin Seidl/Philipp Waller, Clemens Doppler/Alexander Horst und Martin Ermacora/Moritz Pristauz nun ungemein schwierig, noch über die Weltranglisten-Platzierung auf den Zug zu den Olympischen Spielen in Tokio (25. Juli bis 8. August) aufzuspringen. Der Welt-Volleyballverband (FIVB) überlegt angesichts der problematischen Quali-Situation einen Notfallplan.

„Wir sind auf Schlagdistanz, haben uns gut vorbereitet, aber jetzt gehen uns offenbar die Turniere aus“, grübelt Clemens Doppler,  Vize-Weltmeister von 2017, über die Flut an Turnierabsagen. Der Routinier war bereits bei drei Sommerspielen, zweimal an der Seite von Alex Horst. „Wir sind auf Grund der durchwachsenen Saison 2019 definitiv in der Bringschuld, hätten zu Saisonbeginn aufzeigen müssen“, weiß Horst. „Wir wollten sechs der sieben bis Anfang Mai geplanten Turniere spielen, jetzt bleiben uns zwei über. Viele Chancen, die nötigen Weltranglistenpunkte zu sammeln, haben wir jedenfalls nicht mehr. Wir werden kämpfen und unser Bestes geben!“

15 Olympia-Tickets werden über die Weltranglisten-Platzierung vergeben, wobei nur die zwölf  besten Ergebnisse eines Teams (2019 und 2020) bis zum Stichtag 15. Juni zählen.

Parallel zur Weltrangliste haben die rotweißroten Beacher noch die Chance, über den CEV Continental-Cup einen Quotenplatz (Damen und Herren) zu erspielen. Eines von drei Zweitrundenturnieren findet von 14. bis 17. Mai im Strandbad Baden statt. Bei den Herren trifft Österreich auf Polen, Belgien, Schweiz, Dänemark, Serbien, Slowakei und Frankreich. Die ÖVV-Damen wurden mit Italien, Deutschland, Slowakei, Norwegen, Lettland, Ukraine und Schweden in eine Gruppe gelost. Um sich für das Finalturnier von 22. bis 28. Juni in Eindhoven (NED) zu qualifizieren, ist zumindest Platz fünf notwendig.

Überblick Olympia-Qualifikation – der Weg nach Tokio

In Tokio (25. Juli bis 8. August) werden bei Damen und Herren 24 Teams (max. zwei Teams/Nation) um Olympia-Medaillen kämpfen. Japan als Veranstalter-Nation stellt jeweils ein Duo. Bereits fix qualifiziert sind die WeltmeisterInnen von Hamburg 2019 Stoyanovskiy/Krasilnikov (RUS) und Pavan/Melissa (CAN). Beim FIVB Qualifikationsturnier in China im vergangenen September holten Nicolai/Lupo (ITA) und Plavins/Tocs (LAT) bei den Männer sowie Liliana/Elsa (ESP) und Graudina/Kravcenoka (LAT) bei den Frauen Quotenplätze. Weiters qualifizieren sich jeweils 15 Teams über das FIVB-Olympia-Ranking (Stichtag 15. Juni 2020) für Tokio. Aufgefüllt wird das Starterfeld mit den fünf Sieger-Nationen der Continental Cups.

Turniere der kommenden Wochen

02. – 07. März: 3* Bandar Abbas (IRA) – abgesagt
09. – 13. März: 4* Doha – alle österreichischen Teams in der Qualifikation
18. – 22. März: 3* Coolangata (AUS) – mit Seidl/Waller und Ermacora/Pristauz, ohne Doppler/Horst
25. – 29. März: 4* Cancun (MEX) – alle österreichischen Teams in der Qualifikation
15. – 19. April: 4* Singapur (SGP) – abgesagt
22. – 26. April: 4* Yangzhou (CHN) – abgesagt
29. – 03. Mai: 4* Xiamen (CHN) – abgesagt

weitere Turniere bis zur Deadline am 15. Juni
06. – 10. Mai:  4* Itapema (BRA)
06. – 10. Mai: 3* Jurmala (LAT) – Terminverschiebung auf 29. April – 3. Mai möglich
13. – 17. Mai: 3* Jingjang (CHN) – vor Absage
20. – 24. Mai: 4* Ostrava (CZE)
27. – 31. Mai: 4* Warschau (POL)
03. – 07. Juni: 4* Moskau (RUS) – fraglich wegen Dopingsanktionen
10. – 14. Juni: 5* Rom (ITA)

SPORTLIVE/PM/RED