Der Champions-League-Finalist als EM-Debütant

  • 8. September 2019

Wels, Innsbruck, Nantes, Padua, Perugia und nun Piacenza: Alexander Berger kommt herum in der Volleyball-Welt und hat dabei schon österreichische Volleyballgeschichte geschrieben bzw. Meilensteine gesetzt: Nicht nur, dass Alexander Berger als erster Österreicher ein Champions League-Finale (mit Perugia) erreicht hat, feierte er mit Perugia auch als erster rotweißroter Spieler den Meistertitel in der italienischen Serie A, ihres Zeichens die berühmteste Volleyball-Liga der Welt.

Bei Österreichs bislang letzter EM-Teilnahme stand der nunmehr 30-Jährige als junger Spieler im Vorbereitungskader, konnte aber 2011 doch noch nicht Heim-EM-Luft schnuppern. Mittlerweile ist der Außenangreifer längst ein absoluter Leistungsträger im österreichischen Nationalteam, was er auch am Samstag im letzten Test vor der EuroVolley gegen EM-Teilnehmer Nordmazedonien unter Beweis stellte, als er in St. Pölten beim 3:1-Sieg mit 17 Punkten zum Topscorer avancierte.

2019 wird sich, das steht bereits fest, ins Langzeitgedächtnis des Oberösterreichers (Aichkirchen) einprägen. Immerhin hat er Anfang dieses Jahres nach einer siebenmonatigen Verletzungspause wegen einer Bandscheiben-OP sein Comeback geschafft. Im letzten Viertel des Jahres bestreitet er nun die EM. Und dazwischen wurde er zum zweiten Mal Vater…

Seinem Europameisterschafts-Debüt fiebert übrigens auch ein ehemalige Champions-League-Finalist entgegen. Berger: „Die EM ist natürlich ein echtes Karriere-Highlight! Eine EuroVolley ist nicht mit einem Champions League-Final4 zu vergleichen. Wir haben mit dem Nationalteam lange darauf hingearbeitet, um heuer dabei zu sein. Bei einer Klubmannschaft funktioniert das natürlich anders. Da holt man alle zwei, drei Jahre neue Spieler, auf Nationalteamebene muss man hingegen mit dem Vorhandenen arbeiten und da hat Teamchef Warm wirklich gute Arbeit geleistet. Ich hoffe, dass wir bei der EM die Früchte ernten werden.“

Nach dem 3:1-Erfolg am Samstag war der mit Mirna Jukic verheiratete Familienvater naturgemäß happy: „Volle Halle, super Stimmung. Bei einem Freundschaftsspiel habe ich so etwas noch nicht gesehen. Das zeigt, dass Volleyball in Österreich wächst und wächst. Wir freuen uns darauf, dass es jetzt endlich losgeht.“

Der offiziellen Verabschiedung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Dienstag in der Wiener Hofburg folgt bereits am Freitag Österreichs EM-Auftakt in Brüssel gegen Belgien im 15.000 Zuseher fassenden Palais 12. Dimensionen, die für diesen EM-Debütanten freilich kein Neuland sind…

ÖVV-Teamkader

BERGER Alexander (Oberösterreich) Außenangriff/Annahme
BUCHEGGER Paul (Oberösterreich) Diagonal
GRABMÜLLER Nicolai (Salzburg) Mittelblock
IBRAHIMOVIC Edin (Wien) Außenangriff/Annahme
JURKOVICS Mathäus (Niederösterreich) Mittelblock
KROISS Philipp (Oberösterreich) Libero
KRONTHALER Niklas (Tirol) Außenangriff/Annahme
KÜHL Lukas (Oberösterreich) Mittelblock
LANDFAHRER Maximilian (Steiermark) Außenangriff/Annahme
MENNER Anton (Steiermark) Außenangriff/Annahme
RINGSEIS Florian (Wien) Libero
THALLER Max (Steiermark) Zuspiel
TRÖTHANN Thomas (Wien) Außenangriff/Annahme
TUSCH Alexander (Tirol) Zuspiel
WOHLFAHRTSTÄTTER Peter (Tirol) Mittelblock
ZASS Thomas (Tirol) Diagonal

Zum EM-Auftakt wartet Co-Gastgeber Belgien

Die CEV EuroVolley 2019 geht von 12. bis 29. September in Belgien, Frankreich, Slowenien und Niederlande in Szene. Österreich absolviert seine Gruppenspiele in Brüssel (Palais 12) und Antwerpen (Lotto Arena). Gegner sind in dieser Reihenfolge Co-Gastgeber Belgien (EM-Vierter 2017), Slowakei, Deutschland (EM-Zweiter 2017), Spanien und Serbien (EM-Dritter 2017).

Erstmals nehmen 24 Mannschaften an einer Europameisterschaft teil. Die Vorrunde wird in vier Sechser-Gruppen gespielt. Jeweils die Top-4 steigen ins Achtelfinale auf. Die Paarungen ergeben sich aus den Platzierungen in der Vorrunde (A1 vs. C4, A2 vs. C3, C1 vs. A4, C2 vs. A3, B1 vs. D4, B2 vs. D3, D1 vs. B4, D2 vs. B3). Je zwei Achtelfinali werden in Nantes/FRA, Ljubljana/SLO, Antwerpen/BEL und Apeldoorn/NED gespielt. In diesen vier Städten werden auch die Halbfinalisten ermittelt. Die Final-Tickets werden in Ljubljana/SLO und Paris/FRA vergeben. Das Spiel um Platz drei und das Endspiel steigen in Frankreichs Hauptstadt in der über 20.000 Besucher fassenden AccorHotels Arena.

Unsere EuroVolley-Gegner

Belgien

  • 8 WM-Teilnahmen (7. Platz 2018)
  • 15 EM-Teilnahmen (4. Platz 2017)
  • 1 Olympia-Teilnahme (8. Platz 1968)

ÖVV-Teamchef Warm: „Belgien konnte in den vergangenen Jahren immer wieder für positive Schlagzeilen sorgen und ist für mich sogar ein Geheimtipp für ganz oben. Die Olympia-Qualifikation im August verlief allerdings für das Team rund um Top-Aufspieler Stijn D’Hulst nicht nach Wunsch!“

Slowakei

  • 0 WM-Teilnahmen
  • 9 EM-Teilnahmen (5. Platz 2011)
  • 0 Olympia-Teilnahmen

ÖVV-Teamchef Warm: „Gegen sie haben wir schon mehrmals gespielt, auch wichtige Duelle gewonnen. Die Slowakei hat wie Belgien ein spielstarkes Team. Man darf sie nicht ins Spiel kommen lassen, muss voll draufgehen. Das Match könnte vorentscheidend sein.“

Deutschland

  • 6 WM-Teilnahmen (3. Platz 2014)
  • 16 EM-Teilnahmen (2. Platz 2017)
  • 3 Olympia-Teilnahmen (5. Platz 2012)

ÖVV-Teamchef Warm: „Sie haben die Nations League 2019 genutzt, um auch junge Spieler an das Top-Niveau heranzuführen. U.a. konnten sich Mittelblocker Anton Brehme und Diagonalangreifer Linus Weber ins Rampenlicht spielen. Für die EM ist auch Superstar Georg Grozer wieder fit. Für mich ist Deutschland ein Kandidat für ganz oben.“

Spanien

  • 3 WM-Teilnahmen (8. Platz 1998)
  • 9 EM-Teilnahmen (1. Platz 2007)
  • 2 Olympia-Teilnahmen (8. Platz 1992)

ÖVV-Teamchef Warm: „Ein Team – ähnlich wie unser EM-Quali-Gegner Portugal – das wenige Fehler macht. Man muss sie unter Druck setzen, dominant auftreten. Herausheben aus einem starken Kollektiv kann man Diagonalangreifer Andres Villena!“

Serbien

  • 10 WM-Teilnahmen (2. Platz 1998, 3. Platz 2010)
  • 26 EM-Teilnahmen (Europameister 2001 und 2011 in Wien)
  • 2 Olympia-Teilnahmen (Olympiasieger 2000)

ÖVV-Teamchef Warm: „Eine ganz große Volleyball-Nation, allerdings gab es zuletzt im Team einen Umbruch. In der Olympia-Qualifikation kassierten die Serben eine glatte Niederlage gegen Italien. Man wird sehen, welches Gesicht sie bei der EM zeigen. Fest steht, Serbien kann an einem guten Tag jedes Team schlagen. Ein zentraler Spieler ist Uros Kovacevic.“

Die EM-Gruppenspiele des ÖVV-Nationalteams (Pool B)

13.09., 20.30 Uhr: Österreich vs. Belgien (Palais 12 Brüssel)
14.09., 20.30 Uhr: Österreich vs. Slowakei (Palais 12 Brüssel)
16.09., 17.30 Uhr: Österreich vs. Deutschland (Lotto Arena Antwerpen)
17.09., 17.30 Uhr: Österreich vs. Spanien (Lotto Arena Antwerpen)
19.09., 20.30 Uhr: Österreich vs. Serbien (Lotto Arena Antwerpen)

alle Spiele live in ORF Sport+

Palais 12 Brüssel: im Heysel Exhibition Park, eröffnet 1989, renoviert 2013 (max. Kapazität 15.000 Besucher)

Lotto Arena Antwerpen: eröffnet 2007 (max. Kapazität 5.200 Besucher)

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