Austrian Volley Cup Final Four rückt näher

  • 1. Februar 2018

In fast genau vier Wochen beginnt in Graz das Austrian Volley Cup Final Four 2018. In der Bluebox-Graz gelten die Vorjahressiegerinnen und nunmehrigen GastgeberInnen vom UVC Holding Graz als klare Favoritinnen. Bei den Herren rechnet sich neben dem Titelverteidiger SG VCA Amstetten NÖ/hotVolleys ebenfalls das Heimteam Titelchancen aus. Verantwortliche aller beteiligten Vereine analysieren die Ausgangslage.

Graz-Manager Laure: „Damen müssen mit der Favoritenrolle umgehen“
Obwohl speziell im Cup Überraschungen immer zu erwarten sind und für den Titelgewinn noch zwei Siege notwendig sind, lässt die aktuelle Tabelle der AVL Women auf einen klaren Favoriten schließen: UVC Holding Graz.
Die Murstädterinnen präsentierten sich nicht nur in den bisherigen Cup-Begegnungen souverän, sondern steuern auch auf den Sieg im Grunddurchgang AVL Women zu. Nachdem die Grazerinnen im Gegensatz zur restlichen Cup-Konkurrenz die gesamte Saison ohne Ausländerinnen bestreiten, können sie beim Final Four aus den Vollen schöpfen und gleichzeitig auf ein gestärktes Selbstvertrauen bauen.
Manager Fred Laure stimmt zu: „Wir sind als Titelverteidiger, Gastgeber und Führender der AVL sicher Favorit. Mit dieser Rolle muss die Mannschaft umgehen und einmal mehr zeigen, was sie zu leisten imstande ist. Unser Halbfinalgegner aus Klagenfurt ist im Vergleich zur Meisterschaft zu vielen personellen Umstellungen (fünf, Anm.) gezwungen, kann dennoch auf sehr gute junge Spielerinnen sowie Nationalteamspielerin Sophie Wallner bauen. Schwächen dürfen wir uns weder im Halbfinale noch in einem möglichen Endspiel erlauben. Genau darauf, werden die Herausforderinnen nämlich lauern!“
Der Trainer des Graz-Herausforderers, Helmut Voggenberger, unterstreicht Laures Aussagen: „Der Favorit Graz muss diese Position gegen uns bestätigen. Uns gefällt die Außenseiterrolle sehr gut, wiewohl ich an die Mannschaft glaube und uns keinesfalls als chancenlos einschätzen würde. Für uns wird gegen Graz das Service der Schlüssel zum Erfolg sein. Was wir nicht leugnen können, ist der Umstand, dass Graz ein durch die Meisterschaft perfekt eingespieltes und selbstbewusstes Team hat. Das ist eindeutig der größte Vorteil!“
Im zweiten Halbfinale trifft der Rekord-Cupsieger SG VB NÖ Sokol/Post auf SG Prinz Brunnenbau Volely Perg/Schwertberg. Die Oberösterreicherinnen konnten mit der Qualifikation für das Final Four den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte feiern. Nun haben sie die Chance mit dem Finaleinzug ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte zu schreiben. Für Perg-Trainerin Zuzana Pecha-Tlstovičová ist es auch ein weiteres Duell mit ihrem Ex-Verein: „Ich denke jede Mannschaft im Final Four hat ihre eigenen Qualitäten. Sokol/Post hat im Vergleich zu den anderen Vereinen vor allem eines: große Erfahrung mit Halbfinal- und Finalspielen. Wenn man an Spielerinnen wie Rimser, Almer, Wallinger, usw. denkt, weiß man wovon ich spreche. Die haben solche Situationen schon oft erlebt und bewiesen, dass sie damit umgehen können. Für einen Großteil unserer Mannschaft ist ein Final Four dagegen Neuland. Klar ist aber, dass wir alles versuchen werden, um ins Endspiel zu kommen.“
Beim Rekordcupsieger SG VB NÖ Sokol/Post nimmt man das Lob zwar an, spricht aber keinesfalls von klaren Vorzeichen: „Das Final Four ist ein echter Vierkampf. Wir werden in Graz gut vorbereitet sein. Dabei setzte ich auf unsere Mischung aus Routine und Unbekümmertheit“, meint Obmann Peter Kutschera und führt noch einen weiteren Punkt an: „2017 haben wir im Halbfinale gegen Graz verloren. Wir wollen demnach unbedingt ins Finale und uns dort für diese Niederlage revanchieren. Wenn wir im Finale stehen, sehe ich die Chancen 50:50!“

VCA-Sportdirektor Henschke: „Wollen Titel unbedingt verteidigen“
Die vermeintlich eindeutigste Konstellation am Halbfinaltag des Final Fours, scheint das Duell zwischen dem Titelverteidiger SG VCA Amstetten NÖ/hotVolleys und dem Tiroler Landesligisten VC Mils zu sein. Mischa Henschke, Sportdirektor der Niederösterreicher, hat ein klares Ziel : „Wir wollen den Titel unbedingt verteidigen. Natürlich haben wir vor allen Teams, egal ob aus Tiroler Landesliga oder  aus der Bundesliga, Respekt. Das Halbfinale gegen Mils darf für uns aber keinesfalls zum Stolperstein werden. Unser Fokus liegt am Endspiel.“
Einen möglichen Final-Wunschgegner hat Henschke nicht, wiewohl er TLC VBC Weiz einiges zutraut: „Es ist kein Geheimnis, dass sich Graz gegen Weiz zuletzt immer schwergetan hat. Ich weiß außerdem aus eigener Erfahrung, dass mit dem Druck vor heimischem Publikum ins Finale kommen zu müssen, nicht jeder umgehen kann. Da bin ich sehr gespannt, wie Graz damit zurechtkommen wird.“
Einer, der den Finalplänen der Amstettner einen Strich durch die Rechnung machen will, ist VC Mils Spielertrainer Tom Schroffenegger. Der Tiroler Landesligist hat mit dem Aufstieg in die Top Vier bereits eine große Überraschung geschafft und sich nicht zuletzt gegen den favorisierten Bundesligisten UVC Weberzeile Ried im Innkreis als potentieller Riesentöter erwiesen. Schroffenegger sieht sein Team zwar als klarer Außenseiter, weiß aber um die Stärken seiner Mannschaft: „Wenn etwas für uns spricht, dann ist es sicher die Erfahrung im Team und die Tatsache, dass wir uns auf Amstetten sicher besser vorbereiten können, als sie umgekehrt auf uns. Wir haben gegen Ried und Waldviertel gezeigt, was wir leisten können. Wenn es uns gelingt, dass wir die Sätze lange offenhalten, glaube ich an die Nervenstärke und Routine meiner Mannschaft!“
Im zweiten Herren-Halbfinale, dem steirischen Derby zwischen UVC Holding Graz und TLC VBC Weiz, ist ein spannendes Match vorprogrammiert. Graz Manager Laure sieht sein Team als leichten Favoriten: „Ich denke, dass wir das breiter aufgestellte Team sind und damit ohne Maximilian Auste (GER) besser als Weiz ohne Grzegorz Szumielewicz (POL) auskommen können. Man darf auch nicht vergessen, dass Weiz Libero Manuel Steiner an Aich/Dob verloren hat.“
Dennoch widerspricht Laure der Aussage des Amstettner Sportdirektors nicht, wonach sich sein Team gegen Weiz bislang sehr schwergetan hat: „Die Spiele gegen Weiz waren richtige Derbys und heiß umkämpft. Gewonnen haben bislang aber immer wir. Ich rechne mit einer tollen Stimmung und sehe unser Team durch den Heimvorteil zusätzlich gestärkt.“
Auf Seiten der Herausforderer aus Weiz weiß man, was im Halbfinale gegen Graz zu tun ist, um als Sieger vom Feld zu gehen. „Was uns gegen Graz bislang gefehlt hat, war die Stabilität im letzten Drittel vieler Sätze. Da hatten wir oftmals Chancen, waren aber nicht konsequent genug, um sie zu nützen. Ich denke aber schon, dass Graz als Favorit ins Match geht. Wir versuchen uns schon jetzt gut vorzubereiten und spielen auch in der Bundesliga immer wieder in der Cupformation. Da sehe ich eindeutig eine positive Entwicklung im Team. Ich würde auch sagen, dass uns die Bluexbox Graz als Halle liegt und bin mir sicher, dass unser Team dort von vielen Weizer Fans unterstützt wird. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf das Halbfinale“, meint Weiz-Obmann Gernot Schoberer.

Austrian Volley Cup Final Four 2017/2018

2.März

13.00 Uhr Halbfinale Damen: SG Prinz Brunnenbau Volleys Perg/Schwertberg – SG VB NÖ Sokol/Post
15.30 Uhr Halbfinale Damen: UVC Holding Graz – SG Kelag Klagenfurt
18.00 Uhr Halbfinale Herren: VBC TLC Weiz – UVC Holding Graz
20.30 Uhr Halbfinale Herren: VC Mils – SG VCA Amstetten NÖ/hotVolleys

3.März (beide live auf ORF Sport+)

17.25 Uhr Finale Damen
20.25 Uhr Finale Herren